Planetenwege in der Schweiz im Überblick
Planetenwege in der Schweiz im Überblick
Stell dir vor: Du startest bei der Sonne. Die ist beeindruckend gross — fast einen Meter im Durchmesser. Dann läufst du. 14 Meter weiter findest du Merkur, einen winzigen Stein. Bei der Erde, 60 Meter weiter, hältst du an und schaust zurück: Die Sonne ist immer noch riesig, aber unser Heimatplanet erscheint plötzlich verschwindend klein. Bis zum Pluto musst du 6 Kilometer wandern.
Genau das ist die Idee eines Planetenwegs: Das Sonnensystem im Massstab abbilden — typischerweise 1:1 Milliarde — damit Kinder und Erwachsene mit den eigenen Füssen begreifen, wie unfassbar gross das All wirklich ist.
In diesem Artikel zeigen wir dir alle acht Planetenwege der Schweiz, sortiert nach Eignung für unterschiedliche Altersgruppen.
Was ist ein Planetenweg eigentlich?
Ein Planetenweg ist ein Wanderweg, der das Sonnensystem im Massstab darstellt. Die meisten Schweizer Pfade nutzen den Massstab 1:1 Milliarde:
- 1 Meter auf dem Pfad = 1 Million Kilometer im All
- Sonne (1.4 Mio km Durchmesser) → 1.40 m grosse Kugel
- Erde (12’700 km) → 1.3 cm Kügelchen, 150 m von der Sonne
- Pluto (2’400 km) → 2 mm Kügelchen, ca. 6 km von der Sonne
Diese körperliche Erfahrung ist es, was Planetenwege so wertvoll für Kinder macht. Theoretisch wissen alle, dass das Weltall gross ist. Aber 6 km Pluto-Wanderung versteht jedes Kind sofort.
Die 8 Planetenwege der Schweiz
1. Planetenweg Uetliberg–Felsenegg (Zürich)
Der bekannteste und beliebteste Planetenweg der Schweiz. Er führt vom Uetliberg über den Höhenweg zur Felsenegg. Die Tafeln sind grosszügig gestaltet und enthalten zusätzlich Quizfragen für Kinder.
- Massstab: 1:1 Milliarde
- Strecke: 6 km, einfach
- Dauer: 2 Stunden
- Anreise: S10 bis Uetliberg, Rückfahrt Felsenegg-Bahn + S4
- Empfohlen ab: 6 Jahren
2. Planetenweg Säntis (Appenzell)
Ein Hochalpiner Planetenweg auf dem Gipfel des Säntis — fantastische Aussicht inklusive. Etwas kürzer (4 km), dafür mit grandiosem Bergpanorama.
- Massstab: 1:1 Milliarde
- Strecke: 4 km, mittel
- Dauer: 1.5 Stunden
- Anreise: Säntis-Bahn ab Schwägalp
- Empfohlen ab: 7 Jahren
3. Planetenweg Aarau (Aargau)
Der niederschwelligste unter den Planetenwegen. Verläuft entlang der Aare und ist nahezu eben — kinderwagentauglich. Ideal für jüngere Kinder oder als Schnupper-Erfahrung.
- Massstab: 1:1 Milliarde
- Strecke: 6 km flach
- Dauer: 2 Stunden
- Anreise: Bahnhof Aarau (Direktstart)
- Empfohlen ab: 4 Jahren
4. Planetenweg Sankt-Luc (Wallis)
Auf 2’200 Meter über Meer durch eine alpine Hochebene. Perfekt im Sommer, mit Blick aufs Bietschhorn. Spezialität: Hier gibts auch Astronomie-Workshops im Observatoire François-Xavier Bagnoud.
- Massstab: 1:1 Milliarde
- Strecke: 6 km
- Dauer: 2.5 Stunden
- Anreise: Bus + Sessellift ab Saint-Luc
- Empfohlen ab: 8 Jahren
5. Planetenweg Oberengadin (Graubünden)
Vom Bahnhof Pontresina bis zum Bahnhof Samedan — ein Planetenweg mit Bahn-Anreise an beiden Enden, perfekt geplant für Familien.
- Massstab: 1:1 Milliarde
- Strecke: 5 km
- Dauer: 2 Stunden
- Anreise: RhB bis Pontresina
- Empfohlen ab: 7 Jahren
6. Planetenweg Höhronen (Zug)
Ein Geheimtipp im Voralpenraum. Eher unbekannt, dafür ruhig — du wanderst meist alleine. Schöne Aussicht über den Zürichsee.
- Massstab: 1:1 Milliarde
- Strecke: 6.5 km
- Dauer: 2.5 Stunden
- Anreise: Bus ab Sihlbrugg
- Empfohlen ab: 8 Jahren
7. Planetenweg Mont-Cornu (Neuenburg)
Der westliche Planetenweg der Schweiz, im Jura. Ideal kombinierbar mit einem Besuch im Observatorium La Chaux-de-Fonds.
- Massstab: 1:1 Milliarde
- Strecke: 5 km
- Dauer: 2 Stunden
- Anreise: Bahn ab La Chaux-de-Fonds
- Empfohlen ab: 7 Jahren
8. Planetenweg Davos-Schatzalp (Graubünden)
Vom Davos-Bahnhof zur Schatzalp — kombinierbar mit der historischen Standseilbahn. Auf der Schatzalp lohnt sich anschliessend ein Besuch im Botanischen Garten.
- Massstab: 1:1 Milliarde
- Strecke: 4 km mit Höhenmetern
- Dauer: 1.5 Stunden + Bahn
- Anreise: RhB Davos
- Empfohlen ab: 6 Jahren
Welcher Planetenweg für welches Alter?
| Alter | Empfehlung |
|---|---|
| 4–5 Jahre | Aarau (eben, kurz, am Wasser) |
| 6–7 Jahre | Uetliberg, Säntis, Davos-Schatzalp |
| 8+ Jahre | Sankt-Luc, Höhronen, Mont-Cornu, Oberengadin |
Vorbereitung: So wird der Planetenweg zum Highlight
1. Bringt eine Sonne mit
Eine gelbe Frisbee-Scheibe oder ein gelber Strandball funktioniert gut als Massstab-Vergleich. Auf der Erde-Station holt ihr ihn raus: «Schau, von hier sieht die Sonne so klein aus» — ein Aha-Moment für Kinder.
2. Spielt «Geschwindigkeitsstufen»
Während des Pfades dürfen die Kinder mal schnell rennen («Wir sind das Licht — 8 Minuten von der Sonne zur Erde») und mal langsam gehen («Jetzt sind wir die Sonde New Horizons, 9 Jahre bis Pluto»).
3. Nehmt einen Drachen oder Frisbee mit
An jeder grösseren Station eine kleine Spielpause. Hält die Stimmung hoch, ohne den Lerncharakter zu verwässern.
4. Plant eine Belohnung
Am Ziel ein Restaurant, ein Spielplatz oder eine Glace — die Kinder lieben es, ein Ziel zu haben.
DIY: Planeten-Bingo zum Ausdrucken
Lade hier unsere kostenlose Planeten-Bingo-Vorlage herunter (PDF), perfekt für jüngere Kinder. Für jeden gefundenen Planeten kreuzt ihr ein Feld an. Wer zuerst eine Reihe voll hat, ruft «Bingo!».
→ Planeten-Bingo PDF herunterladen (Lead-Magnet — Newsletter-Anmeldung)
Häufige Fragen
Sind alle Planetenwege gleich aufgebaut?
Nein. Die meisten nutzen den Massstab 1:1 Milliarde, aber die Tafelgestaltung, Bewegungs-Stationen und Quizfragen variieren stark.
Was, wenn das Wetter schlecht ist?
Planetenwege funktionieren auch bei leichtem Regen. Bei starkem Regen oder Gewitter im Hochgebirge: Verschieben.
Welcher ist der schönste?
Geschmackssache — wir empfehlen Uetliberg für den ersten Pfad (gut erreichbar, gut ausgebaut), Säntis für den schönsten Ausblick und Aarau für die jüngsten Kinder.
Planetenwege auf trekky.ch/
Wir haben den Planetenweg Uetliberg als digitalen Lehrpfad mit zusätzlichen Audio-Erklärungen, kindgerechten Quizfragen und spannenden Fakten zu jedem Planeten umgesetzt.
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